Political Karaoke

Martina Lajczak (Diploma Project)
Betreuerin: Univ.-Prof. Maria Ziegelböck
Angewandte Fotografie & zeitbasierte Medien

„Political Karaoke“ ist ein fotografischer Diskurs, eine politische Aussage, Interpretation und Portrait.

Die aus 24 Fotografien bestehende Serie bildet einerseits eine fragmentarische Zeitaufnahme der gegenwärtigen aktivistischen Musikszene in Wien, sowie der politischen Anliegen die diese Musiker und Musikerinnen beschäftigen. Andererseits befasst sich diese Arbeit mit der Frage der Relevanz von politischer Reflexion im Rahmen der Produktion von angewandter Fotografien und stellt den Versuch dar eine Achse zwischen Fotografie, Politik und Musik zu zeichnen. Die Serie besteht grundlegend aus zwei Teilen: analog aufgenommene Mittelformat-Portraits von zwölf österreichischen bzw. in Österreich lebenden, politisch engagierten Musikern und Musikerinnen sowie parallel dazu aus zwölf digital aufgenommenen fotografischen Visualisierung von politisch relevanten Songs, die die Musiker und Musikerinnen ausgewählt haben.

“Political Karaoke” is a photographic discourse, a political statement, interpretation and portrait.

The series shows a fragmentary observation of the current activist music scene in Vienna and tries to pay attention to the political topics that are discussed within this scene. The project consists of twelve analog portraits of musicians that are Austrian and/or living in Vienna as well as twelve corresponding digitally shot photographic visualizations of politically relevant songs, that the musicians themselves chose. Political Karaoke in its attempt to draw an axis between photography, politics and music also deals with the question how relevant political contemplation is in the production of applied photography in the present time.

Andreas Spechtl / Libertatia – Ja, Panik (2014)

Libertatia war der Versuch emanzipatorische Politik als Fest zu begreifen. Aber auch als etwas das nie fertig ist, sondern immer im Entstehen. Ganz wie die Revolution kein fertiges Haus sein wird, in das man einziehen kann, sondern eines das man stetig renovieren und ausbauen muss.

Clara Luzia / The Militant Ecologist (based on Fischia II Vento) – Marc Ribot feat. Meshell Ndegeocello (2018)

Ich habe diese Nummer ausgewählt, weil ich finde, dass dieses ganze Umwelt-Thema immer ein Mascherl des Nebenwiderspruchs trägt. Mich erinnert der ganze öffentliche Diskurs und das viele Nichtstun sehr an diese Debatte Anfang des letzten Jahrhunderts, wo die sog. „Frauenfrage“ immer der Nebenwiderspruch war im Kapitalismus. Im Kampf um‘s allgemeine Wahlrecht ist zum Beispiel das Frauenwahlrecht der Nebenwiderspruch. Und beim Umweltthema hab ich auch immer das Gefühl, es hat dasselbe „Problem“: „Zuerst müssen wir alles andere lösen, Gleichstellung und Hunger und schwindende Beschäftigung und Digitalisierung, und dann können wir uns irgendwann um die Umwelt kümmern.“ Und das verstehe ich eben nicht – dies ist die dringlichste Frage. Das Lied ist eigentlich ein Partisanenlied, und Marc Ribot hat das adaptiert und auf Ökologie umgelegt.

Fauna / Rettet die Wale – Gustav (2004)

Ich habe mich für den Song „Rettet die Wale“ von Gustav entschieden. Tatsächlich war es etwas schwer den passenden Song zu finden für mich weil es nicht so viele gibt oder zumindest nicht genug Songs die mich zur Zeit politisch ansprechen oder die ich als politisch relevant empfinde. Natürlich gibt es erfreulicherweise immer mehr Songs die das Thema Feminismus behandeln. Ich habe mich aber bewusst für einen Song entschieden der sich als systemkritisch erweist weil ich mich persönlich gerade mehr mit diesem Thema beschäftige.